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Das Publikum erkennt sich wieder
Das Laientheater des katholischen Kirchenchors Cäcilia führte "Die Zwangsverlobung" auf - Amüsante Vorstellung
Eine Verlobung kann alle Beteiligten ganz schön herausfordern. Ein dankbares Thema für einen vergnüglichen Theaterabend.
LÖRZWEILER. Die Hohberg-Halle platzte aus allen Nähten. Gut 500 Besucher saßen dicht gedrängt um die "Zwangsverlobung" mitzuerleben. Der Schwank von Ulla Kling wurde vom Laientheater des katholischen Kirchenchors Cäcilia aufgeführt.
Als Bühnenbild diente das herrlich detailreich konstruierte Gasthaus "Zum goldenen Hahn". Die Bühne vermittelte glaubhaft den Eindruck einer ganz normalen Gastwirtschaft. Drei Stunden, unterbrochen durch zwei Pausen, folgte das gebannte Publikum der turbulenten Handlung. Ganz typisch, wie der Sohn Michi (Stefan Gilsdorf) mit seiner Mutter Theres (Pia Lang) im Klinsch liegt. Da erkannte sich das Publikum wieder und zeigte das auch.
"Ich hab dir a neues Hemd gekauft. Zieh das a. Un wasch dir dein Haar. Un putz dir die Zänn", kommandiert Theres ihren Michi vor der Verlobung herum. Er erwidert nur genervt: "Ja, ja, ja." Verzweifelt versuchte Michi sich gegen seine resolute Mutter zur Wehr zu setzen und schafft es später endlich auch, sich der Geldheirat zu entziehen. Ebenfalls sehr treffend, wie Martin Schleicher (Werner Bussas) immer wieder auf das gute Essen und den leckeren Schnaps zu sprechen kommt. Rosi Schleicher (Daniela Lang) sagt zu ihrem Vater: "Komm gen ma hahm. Naa, es riecht doch so gut na Schweinsbraten!" Dabei lachte das Publikum schallend und man nickte sich zu. Das kennt doch jeder.
Ludi Bommel (Klaus Altenbach), der hier den willkommenen Nebenbuhler mimt, spielt wunderbar spritzig und echt. Einfach köstlich, wie er mit der Kamera die gesamte Gesellschaft nervt. Dora Moser (Martina Wagner) stellt die Frage, die immer gestellt werden muss, wenn eine Kamera zugegen ist: "Bin isch a druff?" Das Publikum dankte es ihr mit lautem Beifall. Martina Wagner spielt ihre Rolle der "bösen" Schwiegermama gekonnt. Heftiges Nicken der Damen im Saal folgt nach dem Satz: "Das Mannsbild ist noch nicht geboren, das nur eine einzige Träne wert wäre."
Die Elblinger Oma, gespielt von Waltraud Klüter, sorgte für viel Frohsinn. Sie bewegt sich stets am Rande des Schwachsinnigen, lässt in den wichtigen Momenten doch immer wieder einen klaren Geist erkennen. Witzig und echt wirkt die alte Dame des Hauses Elblinger. Geht die Schwiegermutter Georg Elblinger (Wolfgang Gilsdorf) zu sehr auf die Nerven, wird mit Altersheim gedroht. Im späteren Verlauf des Stückes werden Omas Witze immer zotiger. Mal piekt sie mit der Gabel in Ludis Hintern und fragt dann, ob sie blasen soll.
Die "Zwangsverlobung" wurde gut in Szene gesetzt und tadellos aufgeführt. Das Publikum war hellauf begeistert. Erfreulich war auch die sehr gute Arbeit der Technik. Der ganze Saal war äußerst gut beschallt, so dass jedes Wort gut zu verstehen war.
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