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Erbtante bringt Schwung in die Bude
Schauspielgruppe des Kirchenchors Cäcilia führt den Bühnenschwank "Die Silberhochzeit" auf
Von Hella Rau
LÖRZWEILER Manchmal bedarf es schon einer ausgeklügelten weiblichen List, um dem geizigen Ehegatten das nötige Kleingeld für längst überfällige anstehende Neuanschaffungen sowie für eine schöne Silberhochzeit zu entlocken.
Mit einem klugen Trick gelingt dieses Kunststück der Hausherrin Betty Fetzer (Pia Lang) in dem Stück "Die Silberhochzeit - oder: Lieber einen Mann als gar keinen Ärger", das die Laienschauspielgruppe des katholischen Kirchenchors Cäcilia mit Bravour auf die Bühne der Hohberghalle brachte.
Doch bevor die Komödie in drei Akten von Regina Rösch startete, stimmte zunächst einmal der gemischte Chor unter Leitung von Timo Rieth mit ein paar heiteren Stücken das rund 400-köpfige Publikum auf den amüsanten Abend ein. Wie ein Schmetterling so leichtfüßig schwebt Hausherr Emil Fetzer (Werner Bussas) durch das Wohnzimmer. Denn obgleich es bereits Juni ist, steht noch der Weihnachtsbaum und soll auf gar keinen Fall Nadeln verlieren. Denn Emil will die Wette "Wessen Baum hält am längsten" mit Freund Oswald (Wolfgang Gilsdorf) gewinnen. Bei ihrer Diskussion fällt ihnen dann aber urplötzlich auf, dass sie ja in diesem Jahr Silberhochzeit haben. Diese Erkenntnis führt schließlich zu turbulenten Aufregungen in der Familie. Vor allem als plötzlich bekannt wird, dass die Erbtante Edith aus Amerika ihr Kommen angesagt hat.
In Wahrheit schneit aber dann gar nicht die echte Erbtante herein, sondern in deren Rolle Marianne (Waltraud Klüter), eine Freundin von Betty. Mit diesem Trick wollen die beiden Frauen aus Emil die Finanzierung eines schönen Festes, neuer Möbel sowie mehr Haushaltsgeld "herauskitzeln".
Die Handlung des Stücks ist für einen herzhaften Schwank maßgeschneidert. Das Ensemble nutzt denn auch gekonnt die vielen Möglichkeiten für gelungene Situationskomik und brilliert zudem mit würzigen Dialogen. Mit Blick auf den Tag der Eheschließung 1981 meint da etwa Emil zu seinem Sohn Stefan: "An diesem Tag habe ich mein Todesurteil unterschrieben. Und du warst der Grund dafür." Natürlich kommt auch der Frust über eine 25-jährige Ehe nicht zu kurz. "Die Sterne wollt´ er mir vom Himmel holen, jetzt holt er mir noch nicht einmal die Kartoffeln aus dem Keller", schluchzt Betty. Richtig in Fahrt kommt das Stück schließlich, als Freundin Marianne als Erbtante auftaucht und das Fest zelebriert wird. Um der Tante etwas vorzumachen (man will ja schließlich nicht enterbt werden), schlüpft jeder in eine besondere Rolle. Nachbar Max (Horst Klüter) wird unter anderem zum Butler James, Sohn Stefan (Klaus Altenbach) zum Zahnarzt, dessen Freundin Susanne (Beate Haub) zu dessen Verlobter und Oswald und Gattin Helga (Martina Wagner) zum Ehepaar "Dr. Mittermaier"- und die Komödie in der Komödie sorgt für großes Gelächter im Publikum.
Lob gebührt natürlich dem ganzen Ensemble für eine reife Bühnenleistung, denn jeder einzelne Darsteller interpretiert famos seine Figur mit allen Ecken, Schwächen und Kanten. Das Publikum dankte es ihnen mit lautem Applaus.
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