Aufführung 2002

"Keine Polizei - sonst tot"

Eine "kriminalistische" Familiengeschichte in drei Akten<\b>
von Werner Ohnemus

12. und 13. Januar 2002

Hier ein Bericht aus der Rhein-Zeitung sowie einige Szenen-Fotos (Anklicken zum Vergrößern)
 

Statt Essen gab's oft Schmachtromane

Kirchenchor "Cäcilia" Lörzweiler unterhielt mit kurzweiligem Theaterspiel - Lieder zum Auftakt

LÖRZWEILER. Zum traditionellen Theaterspiel hatte der katholische Kirchenchor "Cäcilia" in die Hohberg-Halle geladen. An den beiden Aufführungstagen begrüßte er aber seine Gäste zunächst in seiner ureigenen Funktion als Chor mit der "Rheinhessenhymne" und einem "Jägerquodlibet". Mit feinem Gespür hatte Chorleiter Timo Rieth damit sogar thematisch die Brücke zum folgenden Spiel geschlagen, das vom Vorsitzenden Wolfgang Gilsdorf angekündigt wurde. In dem Stück "Keine Polizei - sonst tot" von Werner Ohnemus hatten die Akteure ein kurzweiliges und brillant geschriebenes Lustspiel zur Verfügung, das ihrer Spielfreude und den Typen entgegenkam.

Im Mittelpunkt steht die sehr emanzipierte Erika Bollinger (Pia Lang), deren Leidenschaft es ist, Schmachtromane über Rehlein und Förster zu schreiben. Dass die Verlage nur Tränen lachen über ihre ernsten Dramen, stört sie aber keinesfalls. Nur der Lautstärkepegel, den ihre Familie produziert, ist ihr lästig. Wegen Erikas zeitraubendem Autorenleben kommt es häufig vor, dass ihr Ehemann (Werner Bussas) nach Dienstschluss nur Unordnung, aber keine Mahlzeit vorfindet.

Da passiert es auch, dass der Sohn (Wolfgang Gilsdorf) zu seiner Freundin (Martina Wagner) und deren Mutter (Waltraut Klüter) flüchtet, um sich mit Kochkünsten verwöhnen zu lassen. Tochter Daniela (Beate Haub) vermisst Mamas Küche weniger, da sie auf dem Diät- und Sporttrip ist. Dieser Zustand ist Oma Bollinger (Hildegard Galm) natürlich ein Dorn im Auge. Schließlich treibt die Möchtegern-Autorin ihre Schusseligkeit so weit, dass wegen eines angebrannten Gulaschs die Feuerwehr (Horst Klüter) ans Fenster klopft.

Später erregt ein vertauschter Zettel den Verdacht, sie sei entführt worden. Zu allem Überfluss gießt ein Mitarbeiter des Verlages "Schmalz und Träne" (Klaus Altenbach) weiteres Öl ins Verwechslungsgetriebe. Am Ende aber löst sich alles in Wohlgefallen auf. Für das umtriebige und engagierte Spiel erhielten alle Akteure viel Applaus. (rh)