Aufführung 2000

"Wo geht's denn do zum Himmel"

Eine ganz unhimmlische Komödie in drei Akten
von Ulla Kling

22. und 23. Januar 2000

Hier ein Bericht aus der Rhein-Zeitung sowie einige Szenen-Fotos (Anklicken zum Vergrößern)
 
Lörzweiler Engelschar zeigte sich dem Publikum
 

Laienschauspieler des katholischen
Kirchenchors "Cäcilia" begeisterten in
Hohberg-Halle mit himmlischen Szenen

Von Lisa Becker-Saaler
 

LÖRZWEILER. Licht aus. Vorhang auf. Und schon eröffnete sich für das Publikum in der Lörzweiler Hohberg-Halle der Blick in himmlische Gefilde. Weiße Wolken und leuchtende Lichterketten, goldene Sterne und himmelblaue Stoffe zierten die Bühne - von der Theatergruppe des katholischen Kirchenchors "Cäcilia" selbst entworfen und gestaltet.

Gabrielus, der Erleuchtete (Wolfgang Gilsdorf), verkündete unermüdlich das Gebot der Stille. Vergebens: Die beiden Lörzweiler Engel Dominikus, der Unachtsame (Michael Christ), und Blasius, der Undichte (Karl Hammer), murrten und jammerten, weil sie sich "zu Tode langweilten". Auch die "Engelsche" Engelberta, die Liebliche (Beate Haub), und Luciana, die Bescheidene (Martina Wagner), wollten sich der "himmlischen Hausordnung" nicht anpassen und spielten lieber "Wolkenhippe" oder umtänzelten in Mini-Gewändern die männlichen Engel. Dabei verwendeten sie das einzig rote Requisit: einen Staubwedel zum Flügelbürsten.

Felicita, die Unbestechliche (Pia Lang), verzweifelte bei so viel Ungehorsam, konnte ihre menschlichen Gelüste gegenüber Gabriel aber nicht völlig verbergen. Als wenn das die ewige Stille nicht schon genug störte, tauchte auch noch ein bayerischer "Neuzugang" im Himmel auf. Werner Bussas spielte Pankratius, den Unnachgiebigen, und wurde von den Zuschauern stürmisch begrüßt. Unnachgiebig bemühte er sich mit Karten-, Tuba- und Theaterspiel, das himmlische Dasein ein wenig aufzumuntern.

"Ich komme nicht umhin, eine mir ungewohnte Freude zu empfinden", reagierte Engelbert, der Sanfte (Klaus Altenbach), der sich im Fliegen schwer tat und mit verbeultem Heiligenschein auf der Bühne landete. Ungemütlich wurde es für Pankratius, als seine Frau Benedicta, die Unbeugsame, im Himmel erschien. Wie immer zu spät bringt Emaus, der Galaxis-Blitz-Kurier (Horst Klüter), die Nachricht unter die Engel. die demütige Petronella (Waltraud Klüter) stöhnt: Sie muss schon wieder ein neues Engelgewand nähen.

Dass der liebe Gott all die menschlichen Schwächen aber auch im Himmel toleriert, macht am Ende die Stimme aus dem Off deutlich: "Ich bin in freudiger Erwartung dieser himmlischen Komödie." Die Laienschauspieler brachten mit temperamentvoller Lebendigkeit und rheinhessischem Dialekt erstaunliche Leistungen auf die Bühne. Sie sind keine Anfänger. Seit Generationen ist bei "Cäcilia" das Theaterspielen Tradition.

 



 
 
 

und hier noch ein Backstage Foto: