Lörzweiler Engelschar zeigte sich
dem Publikum
Laienschauspieler des katholischen
Kirchenchors "Cäcilia" begeisterten in
Hohberg-Halle mit himmlischen Szenen
Von Lisa Becker-Saaler
LÖRZWEILER. Licht aus. Vorhang auf. Und schon eröffnete
sich für das Publikum in der Lörzweiler Hohberg-Halle der
Blick in himmlische Gefilde. Weiße Wolken und leuchtende
Lichterketten, goldene Sterne und himmelblaue Stoffe zierten
die Bühne - von der Theatergruppe des katholischen
Kirchenchors "Cäcilia" selbst entworfen und gestaltet.
Gabrielus, der Erleuchtete (Wolfgang Gilsdorf), verkündete
unermüdlich das Gebot der Stille. Vergebens: Die beiden
Lörzweiler Engel Dominikus, der Unachtsame (Michael Christ),
und Blasius, der Undichte (Karl Hammer), murrten und
jammerten, weil sie sich "zu Tode langweilten". Auch die
"Engelsche" Engelberta, die Liebliche (Beate Haub), und
Luciana, die Bescheidene (Martina Wagner), wollten sich der
"himmlischen Hausordnung" nicht anpassen und spielten lieber
"Wolkenhippe" oder umtänzelten in Mini-Gewändern die
männlichen Engel. Dabei verwendeten sie das einzig rote
Requisit: einen Staubwedel zum Flügelbürsten.
Felicita, die Unbestechliche (Pia Lang), verzweifelte bei so viel
Ungehorsam, konnte ihre menschlichen Gelüste gegenüber
Gabriel aber nicht völlig verbergen. Als wenn das die ewige
Stille nicht schon genug störte, tauchte auch noch ein
bayerischer "Neuzugang" im Himmel auf. Werner Bussas
spielte Pankratius, den Unnachgiebigen, und wurde von den
Zuschauern stürmisch begrüßt. Unnachgiebig bemühte
er sich mit Karten-, Tuba- und Theaterspiel, das himmlische Dasein
ein wenig aufzumuntern.
"Ich komme nicht umhin, eine mir ungewohnte Freude zu
empfinden", reagierte Engelbert, der Sanfte (Klaus Altenbach),
der sich im Fliegen schwer tat und mit verbeultem
Heiligenschein auf der Bühne landete. Ungemütlich wurde es
für Pankratius, als seine Frau Benedicta, die Unbeugsame, im
Himmel erschien. Wie immer zu spät bringt Emaus, der
Galaxis-Blitz-Kurier (Horst Klüter), die Nachricht unter die
Engel. die demütige Petronella (Waltraud Klüter) stöhnt:
Sie muss schon wieder ein neues Engelgewand nähen.
Dass der liebe Gott all die menschlichen Schwächen aber
auch im Himmel toleriert, macht am Ende die Stimme aus dem
Off deutlich: "Ich bin in freudiger Erwartung dieser himmlischen
Komödie." Die Laienschauspieler brachten mit
temperamentvoller Lebendigkeit und rheinhessischem Dialekt
erstaunliche Leistungen auf die Bühne. Sie sind keine
Anfänger. Seit Generationen ist bei "Cäcilia" das
Theaterspielen Tradition.
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und hier noch ein Backstage Foto:
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